Private Pflege: Nur 7 Prozent der Deutschen sorgen vor – das solltest du wissen

Wer jung, gesund und aktiv ist, macht sich selten Gedanken um den Ruhestand. Doch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, pflegebedürftig zu werden. So wird etwa jeder Vierte über 80 zum Pflegefall. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt dann nur Basisleistungen ab. Experten raten daher zur privaten Vorsorge. Doch nur 7 Prozent der Deutschen verfügen über eine private Pflegezusatzversicherung ergab eine repräsentative Befragung, die CLARK zusammen mit YouGov durchgeführt hat.

Wenn der Pflegefall eintritt: Kinder zahlen für ihre Eltern

Die Deutschen werden immer älter – aktuell im Durchschnitt rund 80 Jahre. Auch die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden, steigt laut Statistischem Bundesamt rapide an: Auf 11 Prozent ab 75 Jahren, 23 Prozent ab 80 Jahren und schließlich 70 Prozent ab 90 Jahren. Trotzdem verlassen sich viele Deutsche auf die staatliche Pflege. Dabei sind sich Politiker und Versicherungswirtschaft einig: Die gesetzliche Pflegeversicherung stößt heute schon an ihre Grenzen. Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (PKV) könnte der Beitragssatz von derzeit 3,05 Prozent bis 2040 auf 4,1 bis 7,9 Prozent steigen. Die Leistungen reichen heute schon nicht für eine Unterbringung im Heim aus. Die durchschnittliche Pflegedauer beträgt aktuell mehr als 8 Jahre und verursacht Kosten von mehr als 60.000 Euro zusätzlich zu dem, was die Pflegeversicherung übernimmt. Kann der Pflegebedürftige diese selbst nicht aufbringen, werden die Angehörigen zur Kasse gebeten.

Laut CLARK-Befragung kümmern sich erst die Älteren um die private Pflege: Jeder Zehnte ab 56 hat eine private Pflegeversicherung. Bei den jüngeren Deutschen ist es nur jeder Zwanzigste. Die verschiedenen Angebote sind komplex und der Pflegefall scheint noch weit. Dabei gilt genauso wie bei der Rente: Je früher privat vorgesorgt wird, desto besser die Konditionen.

Diese drei Fakten zur Pflegeversicherung sollte jeder Verbraucher kennen:

  • Wie finanziert sich die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung kommt zum Tragen, sobald man pflegebedürftig wird – also einen der fünf vom Staat definierten Pflegegrade erreicht. Als Teil der Sozialversicherung zahlt jeder Arbeitnehmer, sowie auch Rentner in Deutschland, einen Teil seines Gehalts bzw. der Rente in die Pflegekasse ein. Allerdings deckt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen kleinen Teil der Leistungen und Ausgaben ab, die anfallen. Wie hoch diese Leistungen ausfallen, orientiert sich am Pflegegrad (1 -5). Um den Großteil der Restkosten nicht allein stemmen zu müssen, bietet sich eine private Pflegeversicherung an.

  • Für wen ist die private Pflegeversicherung sinnvoll?

Grundsätzlich ist eine private Vorsorge für jeden sinnvoll. Denn bei jedem Menschen besteht das (statistische) Risiko, früher oder später pflegebedürftig zu werden. Das kann auch sehr unvorhergesehen geschehen: Etwa nach einem Unfall oder einer plötzlichen Erkrankung. 2017 waren knapp ein Prozent aller Pflegebedürftigen Kinder unter 15 Jahren. Wer anderweitig abgesichert ist, etwa mit einem angesparten Vermögen oder einer Immobilie, kommt unter Umständen mit einer geringeren Absicherung zurecht. Verbraucher sollten sich frühzeitig mit dem Thema Pflege auseinandersetzen und Hilfe bei Versicherungsexperten suchen. Eine private Pflegeversicherung kostet (in jungen Jahren abgeschlossen) ca. 30 Euro pro Monat. 

  • Wie kann man alternativ vorsorgen?

Eine Alternative zur Pflegezusatzversicherung kann beispielsweise die Aufnahme eines Zusatzbausteins in die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sein. Hier hat man dann nur 10 bis 15 Euro Mehrkosten pro Monat, erhält aber die BU-Rente (im Falle der Pflegebedürftigkeit!) ein Leben lang. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Pflegerente. Sie ist ein Angebot der Lebensversicherungen: Der Versicherte erhält eine monatliche Rente, sobald er pflegebedürftig wird, womit er die Pflegekosten decken kann. Je nach Wunsch zahlen die Lebensversicherungen die Pflegerente auch als Einmalbetrag aus. Die monatliche Belastung ist hier zwar höher, allerdings wir ein Kapital angespart, das auch ohne Pflegebedürftigkeit ausgezahlt wird. Sie ist somit eine gute Ergänzung zur privaten Altersvorsorge.

Nicht nur zum internationalen Tag der Pflege: Informieren und vorsorgen

„Wichtig ist, sich für den möglichen Fall einer Pflegebedürftigkeit frühzeitig zu rüsten. Man sollte das Thema weder auf die lange Bank schieben noch komplett ausblenden. Wer nicht jetzt schon weiß, dass er im Alter über ein großes Vermögen verfügen wird, sollte vorsorgen.“
Dr. Marco Adelt, COO und Co-Founder von CLARK

Das geht heute bereits mit wenigen Klicks: Digitale Versicherungsmanager wie CLARK bieten individuelle und unkomplizierte Beratung, also informiere dich lieber früher als später.

 

*Quellen: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2017

Über die Befragung

In einer repräsentativen Befragung mit dem Marktforschungsinstitut YouGov hat CLARK 2.055 Personen in Deutschland zu ihrer Versicherungssituation befragt. Die zugrundeliegenden Daten wurden im Oktober 2019 erhoben.

Über den Poeten: